Katmai gliedert sich in drei große Erlebnisbereiche. Besucher sollten ihre Route danach auswählen, welche Art von Wildnis sie am besten kennenlernen möchten. Der Bereich Brooks Camp ist das bekannteste Tor zum Park und der Ausgangspunkt für die meisten Besucher. Hier wirkt Katmai besonders eindrucksvoll und unmittelbar: von Lachsen erfüllte Gewässer, eine hohe Bärenaktivität und ein kompakter Ausgangspunkt machen die Dimensionen des Parks leichter zugänglich. Für Erstbesucher, Tierbeobachter und alle, die einen vergleichsweise strukturierten Zugang zu einer berühmten Wildnis suchen, ist dies der praktischste Bereich. Brooks Camp bietet außerdem Zugang zu kurzen Wanderungen, Paddelrouten und der am leichtesten zugänglichen Infrastruktur des Parks. Daher eignet sich der Bereich gut für Reisende, die Katmai intensiv erleben möchten, ohne sich auf eine ausgewachsene Expedition ins Hinterland einzulassen.
Das Valley of Ten Thousand Smokes ist Katmais großes vulkanisches Herz, eine karge, von Asche geprägte Landschaft, die durch den Ausbruch von 1912 entstand und diese Region erstmals weltweit bekannt machte. Von Brooks Camp aus über Straße und Wanderweg erreichbar, wirkt es völlig anders als die von Bären geprägte Umgebung des Sees: weitläufiger, kahler, stärker von der Geologie bestimmt und in seiner Stimmung beinahe außerirdisch. Wenn Sie Katmai als einen Ort verstehen möchten, der ebenso sehr vom Feuer wie von der Tierwelt geprägt wurde, sind Sie hier richtig. Besucher sollten das Tal eher als Ziel für Wanderungen, Rucksacktouren und ein intensives Landschaftserlebnis betrachten denn als Ort für einen beiläufigen Besichtigungsstopp. Es belohnt Neugier, Zeit und die Bereitschaft, sich durch eine Landschaft zu bewegen, die zugleich trostlos und großartig wirken kann.
Jenseits dieser beiden zentralen Besucherbereiche erstrecken sich das riesige Hinterland und das Küstenschutzgebiet. Hier wird Katmai zu einem der abgelegensten und anspruchsvollsten Abenteuer Alaskas. Dies ist das Reich vergletscherter Gipfel, einsamer Seen, rauer Küsten, fischreicher Gewässer und riesiger Bärenhabitate auf Millionen Hektar Fläche. Es geht weit weniger um einzelne Sehenswürdigkeiten als darum, sich auf echte Wildnisreisen einzulassen, oft mit dem Wasserflugzeug oder per Charterflug. Erfahrene Reisende sollten diesen Teil Katmais mit einer Einstellung wie für eine Reise ins Hinterland angehen: mit Eigenständigkeit, sorgfältiger Planung und einem ausgeprägten Respekt vor Wetter, Entfernungen und Wildtieren. Wer darauf vorbereitet ist, erlebt das äußere Katmai in seiner ungezähmtesten und unvergesslichsten Form.