Big Bend lässt sich am einfachsten als fünf unterschiedliche Parkerlebnisse verstehen: die zentral gelegenen Chisos Mountains, die Westseite entlang des Ross Maxwell Scenic Drive und des Santa Elena Canyon, die Ostseite rund um Rio Grande Village und den Boquillas Canyon, das weitläufige WüstenTiefland, das alle Gebiete miteinander verbindet, sowie das riesige Hinterland, das über unbefestigte Straßen und einfache Routen erreichbar ist. Die Chisos Mountains bilden das hoch gelegene Herz des Parks – eine kühlere, grünere Berginsel, die aus der Chihuahuan Desert emporragt. Hierher kommen viele Besucher für klassische Wanderungen, dramatische Ausblicke und ein besonders intensives Nationalparkerlebnis. Die Westseite ist die landschaftlich eindrucksvollste Strecke des Parks. Sie führt durch eine Abfolge vulkanischer Landschaften, Aussichtspunkte über die Wüste und einiger der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Big Bend, bevor sie am Santa Elena Canyon endet – einem der eindrucksvollsten Orte in Texas. Die Ostseite wirkt ruhiger und weitläufiger. Ihr Mittelpunkt ist der Rio Grande bei Rio Grande Village; geprägt wird sie von Flusslandschaften, der Geschichte der heißen Quellen und dem Zugang zum Boquillas Canyon.
Das WüstenTiefland ist nicht bloß der Raum zwischen den berühmten Sehenswürdigkeiten, sondern eine der charakteristischsten Regionen von Big Bend. Hier wird die Größe des Parks wirklich spürbar: weite Horizonte, Ocotillo und Kakteen, abgelegene Ausgangspunkte für Wanderungen und eine Stille, durch die selbst ein kurzer Aufenthalt gewaltig wirkt. Wer auf dem Weg zu den Bergen oder Canyons die Wüste hastig durchquert, verpasst das Wesentliche. Dann ist da noch das Hinterland, in dem Big Bend im umfassendsten Sinne zu einem Wildnispark wird. Raue Straßen, abgelegene Campingplätze, einfache Wanderwege und weitläufige, ununterbrochene Ausblicke belohnen gut vorbereitete Reisende mit einer Einsamkeit, die im Nationalparksystem zunehmend selten ist.
Am sinnvollsten erkunden Sie Big Bend, wenn Sie den Park weniger als Checkliste und eher als eine Sammlung einzelner Landschaften betrachten, die durch lange Fahrten miteinander verbunden sind. Wählen Sie für jeden halben oder ganzen Tag eine Region und planen Sie genügend Zeit für die Entfernungen, das wechselnde Licht und die Versuchung ein, häufig anzuhalten. Bei ihrem ersten Besuch sind Reisende meist gut beraten, die Chisos Mountains entweder mit dem Korridor des Ross Maxwell Scenic Drive oder der Seite von Rio Grande Village zu verbinden und unterwegs Wüstenaussichtspunkte und kurze Spaziergänge einzubauen. Mit mehr Zeit öffnet sich der Park auf beeindruckende Weise: Der Fluss, die Berge, die Wüste und die abgelegenen Nebenstraßen zeigen jeweils ein anderes Big Bend, und erst der Besuch mehrerer Regionen lässt den Park vollständig wirken.