Der Crater Lake National Park bietet auf einem relativ kompakten Wegenetz eine beeindruckende Vielfalt an Wanderungen: 24 Wege reichen von leichten Spaziergängen über mittelschwere Gipfeltouren bis hin zu einigen wirklich anspruchsvollen Routen. Diese Vielfalt macht den Park besonders attraktiv für Reisende, die Auswahl schätzen: kurze Spaziergänge zu Aussichtspunkten ab dem Rim Drive, Halbtagestouren entlang des Kraterrands und längere Routen ins Hinterland, die in Wälder, vulkanische Hänge und das Gebiet des Pacific Crest Trail führen. Die meisten Besucher kommen wegen des Sees – und das völlig zu Recht. Der besondere Reiz des Wanderns hier liegt jedoch darin, wie häufig sich die Landschaft verändert: von steilen Aussichtspunkten am Kraterrand und dem unglaublich blauen Wasser bis hin zu Bimssteinflächen, Wildblumenwiesen und stillen Beständen der Berg-Hemlocktanne.
Die herausragenden Wanderungen sind jene, die sowohl Dramatik als auch Weitblick bieten. Garfield Peak ist ein Klassiker mit weitläufigen Aussichten über den Kraterrand, während Mount Scott eine der besten Panoramen in den Hochlagen des Parks bietet – für Wanderer, die bereit sind, sich diese Aussicht zu erarbeiten. Watchman Peak ist besonders beliebt für einen kürzeren Aufstieg mit großer Belohnung, vor allem bei Sonnenuntergang. Cleetwood Cove ist die unverzichtbare Route für alle, die tatsächlich das Seeufer erreichen möchten. Neben den bekannten Hauptwegen bieten längere Rundwege, die mit dem West Rim Trail und dem Pacific Crest Trail verbunden sind, erfahrenen Wanderern und Rucksackreisenden eine wildere, abgelegenere Seite des Crater Lake – geprägt weniger von Aussichtspunkten als von Einsamkeit, vulkanischem Gelände und dem besonderen Erlebnis, durch eine von Schnee, Feuer und Ausbrüchen geformte Landschaft zu wandern.
Das Besondere am Wandern hier ist die Landschaft selbst. Nur wenige Parks verbinden diese Höhenlage, die vulkanische Geologie und einen derart intensiv gefärbten See, der ständig als visueller Orientierungspunkt präsent ist. Selbst ein leichter Weg kann dramatisch wirken, wenn er am Rand eines eingestürzten Vulkans entlangführt, und eine mittelschwere Wanderung endet oft an einem Aussichtspunkt, der in einem anderen Park die Hauptattraktion wäre. Die Wandersaison ist relativ kurz und konzentriert sich vor allem auf die Zeit vom Hochsommer bis zum frühen Herbst. Dadurch verstärkt sich noch der Eindruck, dass man den Crater Lake auf dem Höhepunkt erleben sollte: klare Luft, zugängliche Wege und einige der eindrucksvollsten Tageswanderungen im pazifischen Nordwesten.