Der Kobuk Valley National Park gliedert sich ganz natürlich in drei charakteristische Landschaften, von denen jede eine ganz eigene Perspektive auf diesen abgelegenen Winkel des arktischen Alaska eröffnet. Die Great Kobuk Sand Dunes sind die landschaftliche Überraschung des Parks: eine weite Fläche hellen, vom Wind geformten Sandes, die sich aus der borealen Landschaft erhebt und deren Kämme häufig von Karibuspuren durchzogen werden. Dies ist der Bereich, den sich die meisten Menschen zuerst vorstellen – und das aus gutem Grund: Er ist karg, fremdartig und unvergesslich. Besucher, die hierherkommen, sollten eher mit einer echten Landung im Hinterland als mit einem gelegentlichen Spaziergang rechnen. Es gibt keine Straßen, Wege oder ausgebaute Einrichtungen. Daher belohnen die Dünen Reisende, die vorbereitet anreisen, sich im offenen Gelände selbstständig orientieren und die schiere Unwahrscheinlichkeit einer wüstenähnlichen Landschaft im hohen Norden genießen können.
Im Osten bilden die Jade Mountains den zerklüfteten Rand des Parks und sorgen für mehr Höhe, Dramatik und ein stärkeres Gefühl der Abgeschiedenheit in der Wildnis. Dies ist der richtige Ort für Besucher, die den Park in seiner weitläufigsten und unberührtesten Form erleben möchten: mit weiten Ausblicken, Bergkulissen und dem Gefühl, an der Schwelle zu einer noch viel größeren arktischen Landschaft zu stehen. Bei der Erkundung geht es hier weniger darum, eine Sehenswürdigkeit abzuhaken, als sich auf abgelegenes Gelände einzulassen – meist mit Anreise per Flugzeug und sorgfältiger Routenplanung. Die Bedingungen können sich schnell ändern, und die Berge sollten als anspruchsvolles Hinterland behandelt werden.
Dann ist da noch Onion Portage, das kulturelle Herz des Kobuk Valley. Am Kobuk River gelegen, ist es eine der bedeutendsten historischen Landschaften des Parks – ein Ort, an dem sich Menschen über Jahrtausende hinweg versammelten, wenn Karibus den Fluss überquerten. Wenn die Dünen das geografische Wunder des Kobuk Valley zeigen, erzählt Onion Portage seine menschliche Geschichte und verdeutlicht die tiefe Kontinuität zwischen Land, Wildtieren und der Lebensweise der indigenen Bevölkerung. Besucher sollten den Korridor des Kobuk River als verbindendes Element des Parks betrachten – geeignet zum Bootfahren, zur Wildtierbeobachtung und dazu, zu verstehen, wie sehr Bewegung hier alles prägt. Zusammengenommen machen diese drei Gebiete den Kobuk Valley weniger zu einem Park mit einzelnen Stationen als zu einer Wildnis, die sich thematisch erleben lässt: Naturschauspiel in den Dünen, überwältigende Abgeschiedenheit in den Bergen und eine lebendige kulturelle Tiefe bei Onion Portage.